ECSA 2024 Konferenzprogramm

3. April 2024: Eröffnung der Konferenz (BOKU)

4. April 2024: Zweiter Tag der Konferenz (BOKU)

5. April 2024: Dritter Tag der Konferenz (BOKU)

6. April 2024: Citizen Science Day (NHMW)

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Keynotes

4. April 2024
9:00-10:00, TÜWI HS01, Peter-Jordan-Straße 76, 1190 Wien und Online

Shannon Dosemagen

Die Herausforderung der kontinuierlichen Anpassung: Citizen Science für eine Welt im Wandel
Wir befinden uns an einem beispiellosen Punkt in der Geschichte der Menschheit. Die Technologie überholt die Politik, Veränderungen durch Open Science müssen sich erst noch durchsetzen, der Klimawandel und der Verlust der biologischen Vielfalt schreiten schneller voran als die Lösungen. Aber die Fähigkeit des Menschen, trotz aller Widrigkeiten zu gedeihen, gibt Anlass zur Hoffnung. Die Grundlagen der Citizen Science können uns in dieser Ära der Diskontinuität Wege nach vorne weisen - was ist wesentlich und welche neuen Ansätze müssen wir annehmen?

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Shannon Dosemagen ist Leiterin des Open Environmental Data Project (OEDP). OEDP konzentriert sich auf die Schaffung von Räumen, um die globale Diskussion über den Zugang zu Umwelt- und Klimadaten und deren Nutzung zu fördern. Zuvor war sie Mitbegründerin und ein Jahrzehnt lang Geschäftsführerin von Public Lab, einer Gemeinschaft, die offene Ansätze nutzt, um Menschen bei der Bewältigung von Umweltproblemen zu unterstützen. Dosemagen ist Mitbegründerin der Gathering for Open Science Hardware und sitzt in den Vorständen der Open Science Hardware Foundation, von Code for Science and Society und der National Parks Conservation Association (U.S.). Für ihre Arbeit erhielt sie Stipendien der Shuttleworth- und Claneil-Stiftungen sowie des Berkman Klein Center for Internet and Society an der Harvard University. Zuvor war sie Vorsitzende des (amerikanischen) National Advisory Council on Environmental Policy and Technology (NACEPT) und der Citizen Science Association.

 

5. April 2024
17:00-18:00, TÜWI HS01, Peter-Jordan-Straße 76, 1190 Wien und Online

Katja Mayer

Partizipative Wenden: Die steinigen Wege zur Anerkennung partizipativer Ansätze in den Sozialwissenschaften und deren Lehren für die Citizen Science
Die Integration gesellschaftlicher Partizipation in die wissenschaftliche Wissensproduktion ist das Kernanliegen von Citizen Science. Trotz der langen Tradition partizipativer Ansätze in den Sozialwissenschaften, wie der Participatory Action Research in Disziplinen wie Soziologie, Bildungswissenschaften und Anthropologie, offenbart ein historischer Rückblick die Komplexität und die Herausforderungen, die mit der Anerkennung und Implementierung dieser Methoden verbunden sind. Frühere Ansätze partizipativer Forschung fanden oft nur am Rand akademischer Diskurse Anerkennung und stießen auf strukturelle sowie machtbasierte Widerstände. Zudem war die Abgrenzung von politischem Engagement und sozialwissenschaftlicher Forschung ein wiederkehrendes Dilemma.

In meinem Vortrag widme ich mich der komplexen Geschichte partizipativer Forschungsmethoden, die sich durch diverse epistemische Kulturen und wissenschaftliche Praxisfelder zieht. Dabei beleuchte ich insbesondere die Schwierigkeiten, die diese Ansätze in der Vergangenheit begleiteten, wie das Machtgefälle zuungunsten partizipativ Forschender und die Herausforderungen bei der Etablierung von nachhaltigen Strukturen für diese Ansätze. Anhand ausgewählter Beispiele erörtere ich, welche Lehren wir für die Gestaltung und Organisation von Citizen Science Projekten ziehen können, insbesondere im Hinblick auf die Governance von Partizipation und die Anerkennung der Beiträge aller Beteiligten in der gemeinsamen Wissensproduktion. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie die partizipative Forschung effektiv die Herausforderungen in der Praxis überwinden kann, um eine inklusive und wertschätzende transdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsumgebung zu fördern, die sozialen Wandel unterstützt.

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Katja Mayer ist Elise-Richter-Fellow am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Wien und erforscht die Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft, mit besonderem Schwerpunkt auf Politiken der Offenheit und Dateninfrastrukturen in den Sozialwissenschaften. Sie war Teil des Horizon Europe CoAct Projekts, in dem u.a. untersucht wurde, wie die Evaluierung von Citizen Science Projekten partizipativer gestaltet werden kann.

Ihre wissenschaftliche Tätigkeit erstreckt sich von der Forschungs- und Innovationspolitik bis hin zur Wissenschaftsdiplomatie. Mit ihrer früheren Erfahrung in der IT-Industrie, als Gastwissenschaftlerin an der Carnegie Mellon University, als wissenschaftliche Beraterin der Präsidentin des Europäischen Forschungsrats ERC und als Postdoc am Lehrstuhl für Computational Social Sciences und Big Data der TU München ist sie mit den praktischen und theoretischen Aspekten ihres Fachgebiets bestens vertraut. Außerdem ist sie Senior Scientist am Zentrum für Soziale Innovation ZSI in Wien und Mitglied der Forschungsplattform Governance of Digital Practices der Uni Wien.
www.katjamayer.net

 

Podiumsdiskussion "Mainstreaming Citizen Science in Europe – Status Quo and Future Perspectives"

Mittwoch, 03.04.2024, 09:00-10:00 Uhr

Podiumsdiskussionsteilnehmer*innen: 

  • Barbara Weitgruber (Österreichisches Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung)
  • Susanne Hecker (Vorsitzende European Citizen Science Association)
  • Maina Muniafu (Vorsitzender CitSciAfrica)
  • Dejan Dvorsek (Stv. Leiter DG Research & Innovation, EU Kommission)
Moderation: Christoph Rohrbacher

In dieser Podiumsdiskussion werden die Podiumsdiskussionsteilnehmer*innen über die Entwicklung von Citizen Science in den letzten zehn Jahren reflektieren und gemeinsam  erörtern, wie die Zukunft des Fachgebiets gestalten werden könnte, um das Mainstreaming von Citizen Science in Europa und weltweit zu fördern.  Wie wird die Zukunft von Citizen Science in Europa und der Welt gesehen? Welche Rolle spielt Citizen Science im aktuellen Wandel, der weltweit stattfindet? Wie wird das Mainstreamen von Citizen Science, d.h. die Integration von Citizen Science in bestehende Förderprogramme bzw. das Ausloben von speziellen Citizen Science-Förderungen, gesehen? Sind das positive oder negative Entwicklungen? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Wie passt Citizen Science in neue Konzepte von Exzellenz? Braucht Citizen Science eigene Exzellenzkriterien? Wie kann die Institutionalisierung von Citizen Science (z.B. neue Infrastrukturen, neue Jobprofile, langfristige Förderungen, Einbettung von Citizen Science in Strategien und Institutionsplanungen etc.) gelingen? Und welchen Mehrwert kann Citizen Science für die Politik bzw. für politische Maßnahmenpläne, z.B. SDG-Monitoring, European Science for Policy Ecosystem, haben? Diese Fragen sollen intensiv diskutiert werden.

 

ECSA2024 Book of Abstracts

Poster Presentation Video

Ausblick Social Events:

3. April 2024: Konferenzdinner im traditionellen Heurigen Fuhrgassl-Huber (Menü).

4. April 2024: Abendveranstaltung im Naturhistorischen Museum Wien mit DJane, Austellungsbesichtigung und Modenschau.

6. April 2024: Citizen Science Day im Naturhistorischen Museum Wien mit Museums- und Stadtführungen, Projektpräsentationen, interaktiven Marktständen und vielem mehr.

 

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